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Neuer Roboter-Anzug Gelähmter kann wieder gehen: „Es ist ein Gefühl wie schweben“

ReWalk-MOPO2

Nanu? Spaziert da ein Roboter durch die City? So scheint es zumindest. Seit einem Verkehrsunfall im Jahr 2002 ist Andre van Rüschen querschnittsgelähmt, saß im Rollstuhl. Nun kann er dank eines computergesteuerten Exo-Skeletts wieder auf eigenen Beinen stehen. In

Hamburg wurde das erste Exemplar des neuen ReWalk-Roboteranzugs präsentiert. „Es ist ein grandioses Gefühl, selbst zu gehen“, sagt van Rüschen. „Ich fühle mich, als würde ich schweben, weil ich vom Bauchnabel abwärts nichts spüre.“

Das Motor-Skelett schnurrt bei jeder Bewegung. Mit 2,6 km/h ist van Rüschen unterwegs. „ReWalk ist gut für die Seele. Laufend gehöre ich zur Gesellschaft dazu.“ Sogar Treppen steigen kann der 43-jährige Querschnittsgelähmte mit der Konstruktion. Etwa sechs Sekunden dauert es, bis er eine Stufe geschafft hat. „Das ist zwar anstrengend“, gibt der knapp zwei Meter große Mann zu. „Aber nicht so anstrengend, wie im Rollstuhl sitzen zu müssen.“

In Deutschland ist das Roboter-Skelett eine „echte Revolution“, sagt John Frijters, Europachef von ReWalk. „Die Diagnose ,Endstation Rollstuhl‘ muss es nicht mehr geben.“ Die Roboter-Gehhilfe kostet etwa 70.000 Euro plus Kosten für Training und Wartung. Insgesamt kommt man auf 100.000 Euro. Viele Krankenkassen zahlen.

Damit Ärzte künftig daran denken, Querschnittsgelähmten die Alternative Robo-Skelett vorzuschlagen, tourt Frijters durch Europa. „Unser Ziel ist, dass viele Querschnittsgelähmte wieder laufen können.“


Autor: Janina Heinemann
Datum: 05.03.16
Foto: Quandt
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