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Neuer Roboter-Anzug macht’s möglich – Querschnittsgelähmter kann wieder gehen

Hamburg – Andre van Rüschen (43) ist querschnittsgelähmt, sein Rückenmark nach einem Autounfall komplett durchtrennt.

Eine Diagnose für ein Leben im Rollstuhl. Doch heute spaziert der Knapp-zwei-Meter-Mann durch den Hamburger Park Planten un Blomen, auf seinen eigenen Beinen. Ein neuer Roboter-Anzug, der heute in Hamburg vorgestellt wird, macht‘s möglich!

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Zehn Jahre lang war Andre van Rüschen ausschließlich auf den Rollstuhl angewiesen

„Wenn ich mit dem ,ReWalk‘ laufe, fühlt es sich an, als wenn ich schwebe“, sagt der ehemalige Autolackier-Meister. „Denn ich spüre ja ab dem Bauchnabel gar nichts, also auch nicht meine Füße, wenn ich auftrete.“

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Mit der Armbanduhr lässt sich der Roboter-Anzug steuern

Steuern kann van Rüschen sein akku-betriebenes Exoskelett durch eine Armbanduhr, mit den Befehlen: Stehen, Gehen und Treppensteigen. Höchstgeschwindigkeit: knapp 3 km/h. Motorisierte Hüft- und Kniegelenke ahmen den natürlichen Bewegungsablauf nach. „Wenn ich mich nach vorne beuge, läuft das Skelett los. Richte ich mich auf, hält es an“, erklärt van Rüschen, der mittlerweile

Noch ist van Rüschen einer von wenigen Exoskelett-Piloten in Deutschland. Doch das soll sich ändern. „Der ,ReWalk‘ ist für Querschnittsgelähmte seit kurzem in Deutschland als Medizinprodukt zugelassen, kann von Ärzten verordnet werden“, so John Frijters (45), Europachef von „ReWalk Robotics“.

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2001 war die Welt noch in Ordnung. Andre van Rüschen albert beim Hausbau herum; Foto: Privat

„Einige Krankenkassen übernehmen schon die Kosten, rund 70 000 Euro pro Anzug.“

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Sogar Treppensteigen kann van Rüschen mit dem Anzug

Andre van Rüschen kann sich ein Leben ohne Exoskelett nicht mehr vorstellen. „Früher hatte ich vom Sitzen chronische Blasenentzündung, Darmprobleme und Rückenschmerzen. Das ist jetzt alles weg.“

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Andre van Rüschen 2005 mit Frau Gerlinde und Sohn Tim; Foto: Privat

Aber das Beste von allem ist, mit Frau und Sohn spazierenzugehen – und ihnen und anderen endlich wieder auf Augenhöhe zu begegnen.

 


Autor: A. Sell
Datum: 29. 02. 2016
Foto: Andreas Costanzu
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