Berufsgenossenschaft Holz und Metall übernimmt Kosten für Exoskelett

[js] Berlin,  Februar 2015 – Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) hat als erster deutscher Unfallversicherungsträger die Kosten für ein ReWalk-System übernommen. Es handelt sich dabei um ein tragbares, robotergesteuertes Exoskelett. Durch diese Bewegungstechnologie können Personen mit einer Querschnittslähmung wieder aufrecht stehen und gehen. Auf Basis von computergesteuerten Stützapparaten und Bewegungssensoren ermöglicht das System seinen Nutzern unabhängige und kontrollierte Bewegungen, indem es die natürlichen Bewegungsabläufe der Beine imitiert.

rewalk-robotics-pt-magazine-300x235Erstmalig für Deutschland erhält der Versicherte Olaf Schepp durch die BGHM die Kostenübernahme für ein ReWalk. Der 42-jährige Familienvater erlitt 2007 bei einem Motorradunfall schwere Rückenmarksverletzungen und ist vom vierten Brustwirbel abwärts querschnittsgelähmt; seitdem war er auf den Rollstuhl angewiesen. Er engagiert sich beim Deutschen Rollstuhl-Sportverband im Rollstuhlbasketball.

Olaf Schepp absolvierte von Juli bis August 2014 sein Training mit dem ReWalk-System. „Ich möchte es jeden Tag wie meine eigenen Beine einsetzen und damit laufen können, wie jeder andere Mensch auch.“

„In der heutigen Zeit ist nicht nur der medizinische Nutzen eines Hilfsmittels von Bedeutung. Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft rücken immer mehr in den Vordergrund“, so Melanie Mayer, BGHM-Geschäftsführerin der Bezirksverwaltung Mainz. Gerne erinnert sie sich an Olaf Schepps erste Erlebnisse mit dem Exoskelett: „Ich war dabei, als er es zum ersten Mal ausprobierte. Es war bewegend mitzuerleben, wie überwältigt er darüber war, nach Jahren wieder aufrecht zu stehen, den ersten Gehversuch zu unternehmen und allen Menschen, die mit ihm diesen schönen und aufregenden Moment teilten, in die Augen schauen zu können.“

Die BGHM versichert viereinhalb Millionen Arbeiter in 213.000 Unternehmen des Sektors. Die neun nach Branchen unterteilten gewerblichen Berufsgenossenschaften in Deutschland sind insgesamt für mehr als 42 Millionen Versicherte zuständig, die in mehr als drei Millionen Unternehmen arbeiten.

„Die Kostenübernahme der BGHM ist ein wichtiger Meilenstein für Menschen mit einer Rückenmarksverletzung in Deutschland“, kommentiert Larry Jasinski, CEO und Managing Director bei ReWalk Robotics. „Wir freuen uns, mit den deutschen Berufsgenossenschaften zusammenarbeiten zu können, um mit unserer Technologie das Leben von Menschen mit Gehbehinderungen grundlegend zu ändern. Mit großer Zuversicht nehmen wir wahr, dass deutsche Versicherungen Richtlinien für die Kostenübernahme von Exoskeletten erarbeiten.“

ReWalk ist das einzige von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA in den USA zugelassene Exoskelett für Heimgebrauch und Rehabilitation. Es wurde zudem in mehreren Regionen in Nordamerika, Europa, Asien, dem Nahen Osten und Australien behördlich zugelassen.

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